Waisenheim in Itaguaí

Waisenheim in Itaguaí

Ein zweites Projekt, dass wir in Itaguaí im September 2015 ins Programm mit aufgenommen haben, ist ein Waisenheim für Kinder bis 14 Jahren. Begonnen hat alles vor knapp einem Jahr mit einer Famile (Ehepaar mit zwei erwachsenen Kinder), bei denen einige Kleinkinder abgegeben wurden. Diese wurden ihnen von sehr jungen Müttern vorbeigebracht, teilsweise weil sie sie nicht mehr haben wollten oder aber weil sie schlichtweg überfordert waren, sie zu ernähren und zu erziehen. Aus den wenigen Kindern wurden innerhalb des einen Jahres mehr als 40 Kinder. Das tolle an dieser Arbeit, ist, wie so oft, wenn etwas aus der Not geboren und neu gestartet wird, dass das ganze “Vorhaben” improvisiert wurde und es sich bisher in den eigenen vier Wänden der Familie abspielte. Das blieb auch nicht ohne Folgen.

Im Oktober stand dann das Jugendamt vor der Tür und hat diese “illegale Aktion” aus Sicherheitsgründen gestoppt – so ihre Aussage. Die Hausmutter war darüber natürlich zutiefst traurig und enttäuscht und machte sich auf die Suche nach einer anderen Lösung. Da sie gut mit Fernandas Eltern befreundet ist, kamen sie ins Gespräch und es entstand die Idee, das Waisenheim als Projekt ins Programm von AB aufzunehmen. Damit wären die rechtlichen Hürden genommen und der Wieder-eröffnung des Heims stünde nichts im Weg. Coole Idee – fehlte nur noch die offizielle Bestätigung seitens der AB-Leitung.

Das war dann der Stand der Dinge, als unser Koordinator vor Ort, Humberto und ich im November nach Itaguaí kamen. Das Haus haben wir uns angeschaut … und die vielen Kinder gesehen. Auch haben wir gesehen, mit wieviel Herzblut die ganze Familie, einschließlich einiger Freunde und Mitglieder der Baptistengemeinde am Werk sind. Eine ganz tolle Geschichte! Als dann die Anfrage kam, ob AB die juristische Verantwortung für das Waisenheim übernehmen könne, gab es für uns nicht viel zu überlegen, sodass wir entschieden, das Heim ins Programm mit aufzunehmen. Da es sich dabei um eine Einrichtung in einem anderen Bundesstaat handelt, erfolgt als nächstes ein kleiner Papierkrieg, um alle Unterlagen beim Amt in Itaguaí genehmigt zu bekommen. Das wird hoffentlich bis Sommer 2016 geschehen sein.

Es ist dort Vieles in kurzer Zeit in Bewegung geraten und es macht Spass mit anzusehen, wie sich die Arbeit stetig weiter entwickelt und wie engagiert die haupt- und ehrenamtlichen MA, unter oft schwierigen Bedingungen, sind.